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Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen

Der deutliche Anstieg beim Zubau von Photovoltaikanlagen seit dem Jahr 2004 ist vor allem auf die verbesserte Wirtschaftlichkeit dieser Systeme zurück zu führen.  
Kernelement der Wirtschaftlichkeitsberechnung ist eine seriöse Ertragsprognose. Als Hilfsmittel dient dem Solarteur dazu üblicherweise ein Solarsimulationsprogramm. Überschlägig lässt sich der zu erwartende jährliche Ertrag aber auch mit folgender Formel abschätzen:  

Ertrag der Anlage [kWh/a]
=
normierte Spitzenleistung der Anlage [kWp/(1kW/m²)]
x
Globalstrahlung [kWh/m²*a]
x
Korrekturfaktor für Ausrichtung [-]
x
performance ratio [-]

Die performace ratio (pr) beschreibt dabei das Verhältnis der realen Energieeinspeisung der Photovoltaikanlage am Einspeisezähler zur Summe der theoretischen Energieerträge aller einzelnen Solarmodule.  

pr > 0,85       Hervorragende Anlage ohne Verschattung
pr = 0,80       Typische Anlage ohne Verschattung
pr = 0,75       Anlage mit leichter Verschattung und normaler Schneebedeckung
pr < 0,70       unterdurchschnittliche Anlage oder Anlage mit Verschattung  

Der Stromertrag generiert über die im EEG festgelegte Einspeisevergütung die Einnahmen und unterliegt abhängig vom Wetter jährlichen Schwankungen. Die Kalkulation der Erträge kann daher nur eine Schätzung sein. Wegen Verschmutzung und Alterung soll darüber hinaus eine Ertragsminderung (Degradation) von ca. 0,5-1% pro Betriebsjahr einkalkuliert werden.

Auf der Ausgabenseite stehen dem Kosten für Zinsen und Tilgung von Fremdkapital, Betriebskosten, Kosten und Rücklagen für Wartung sowie Versicherungskosten gegenüber. Bei überwiegend fremdfinanzierten Anlagen kann bei kurzen Kreditlaufzeiten zwischenzeitlich ein negativer Cashflow eintreten, obwohl am Ende ein positiver Ertrag steht. Wird hingegen überwiegend Eigenkapital eingesetzt, soll die Investition neben der Rückzahlung dieses Kapitals auch eine angemessene Rendite erwirtschaften.

Der Nettoanlagenpreis liegt 2011 typischerweise in der Größenordnung von 2.500 Euro pro kWp.  Als grobe Näherung gilt, dass die mittleren jährlichen Nettoerträge über die EEG Vergütung abzüglich aller durchschnittlichen jährlichen Kosten mindestens 1/10 der Nettoinvestitionskosten erreichen müssen, um einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlage zu ermöglichen.  

Zur endgültigen Entscheidung für eine Photovoltaikanlage ist allerdings eine exakte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung als Bestandteil des Angebots sehr zu empfehlen. Inhalt einer seriösen Berechnung sind realistische Prognosen zu den Erträgen sowie die detaillierte Auflistung aller zu erwartenden jährlichen Betriebskosten. Insbesondere bei Fremdfinanzierung sollen die exakten Kapitalerträge über die einzelnen Jahre aufgelistet sein. Die Investition in eine Photovoltaikanlage kann darüber hinaus auch zu steuerlichen Vorteilen  führen. Dies ist aber vom Einzelfall abhängig und sollte vorab mit dem Steuerberater besprochen werden.

Globalstrahlung Sachsen
Grafik: SAENA  (Datengrundlage Deutscher Wertterdienst)
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